Crowdsourcing für Smartphones?

Kinners, watt nen Gekasper … welches Smartphone nehme ich denn nun? Kann Crowdsourcing helfen, so eine Entscheidung zu treffen?

Auf meiner Facebook-Seite habe ich schon reichlich und ausführlich Austausch  zum Thema Smartphone- und Betriebssystemwahl gehabt. Ein eindeutiges Fazit entfällt. Zu homogen sind die Fanlager. Für mich entscheidend ist die Kamera, ein flüssiges Betriebssystem und die Verfügbarkeit der mir wichtigsten Apps. Recht großkotzig hab ich erstmal das neue iPhone 5s runtergeputzt. Mickrige Kamera, kleines Display und iOS 7 (inzwischen 0.3) haben mich jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Also mal gucken, ob nicht andere Mütter auch schöne Töchter haben. Schnell kristallisierte sich für mich heraus, dass als Alternative zum iPhone für mich zwei Geräte in Frage kommen:

  • Sony Experia Z1
  • Nokia Lumia 1020

Beide werden überschwänglich von verschiedenen Seiten für Ihre Kameraperformance gelobt und es gibt diverse Vergleiche mit dem aktuellen Apple Flagschiff.
Ein paar habe ich hier mal zusammengetragen.

Videovergleich Sony Z1 vs. iPhone 5s

Videovergleich Sony Z1 vs. Nokia Lumia 1020

Videovergleich Nokia Lumia 1020 vs iPhone 5s

Auch einen Betriebssystemvergleich findet man problemlos und natürlich noch ein weitere Vergleichsbericht zwischen den Fotoqualitäten von Nokia und Apple …
Irgendwie scheint das iPhone 5s ja nun doch nicht so schlecht zu sein?!

Ihr merkt schon (und es ist euch sicherlich selber auch schon so gegangen):

Wenn man sich mit einem Thema eingehend beschäftigt, bietet einem die große weite Internetwelt einen unendlichen Quell der Freude und Informationen. Aber ist das wirkliche eine Freude? Je tiefer gehend man sich beschäftigt, um so mehr Meinungen findet man. Noch ein Test, noch eine Meinung, noch ein Vergleich. Dazu eine unendliche Anzahlen an Kommentaren, Querverweisen und das übliche Fanboy und Dislike-Gehabe. Neudeutsch Crowdsourcing. Die Überlegenheit der Masse, Schwarmintelligenz kurzum: die Borg sind da.

Wie verschafft man sich da noch einen Überblick? Wer hat Recht? Ab wann höre ich auf zu recherchieren?

Klar kann man das ganze mathematisch angehen. Das „Sekretärinnenproblem“ hilft bei einer unendlichen Anzahl an Informationen nicht wirklich weiter. Vielleicht Stochastik? Da hat mir mein alter Lehrer mal verklickert, dass, wenn die Anzahl der Würfe nur hoch genug ist, dass sich dann die Trefferverteilung auf einzelne Felder immer weiter annähert. Sprich – ich würfle 1.500 x und schaffe so wahrscheinlich um die 250 Treffer pro Ziffer. Toll: Also je mehr Meinungen um so wahrscheinlicher, dass alle Smartphones gleich superduper sind? Egal … ich bin eh zu blöd für höhere Mathematik. Also eine Frage zurück: Wer hat die richtige Meinung? Das nimmt wahrscheinlich ein Vielzahl von Leuten für sich in Anspruch. Viele haben im Idealfall eine eigene Erfahrung gemacht, die sien zu ihrer Meinung führt. Die meisten geben vielleicht aber nur eigenes hören-sagen weiter. Irgendwie auch doof, denn wie filtere ich das unqualifizierte Geschwafel aus?

Das führt noch weiter zurück zur ersten Frage, denn wer könnte einen qualifizierten Überblick verschaffen? Richtig: Verlage und ihre Publikationen. Da man bei diesen aber häufig den Eindruck hat, dass die Verlage aufgrund von üppig zugeschranzten Anzeigenbudgets der großen Gerätehersteller möglicherweise eh auch noch am letzten Mist was Gutes finden über das sie schreiben können, um bloß nicht den Auftraggeber zu verärgern, fallen die Publikationen der Verlage auch irgendwie durchs Raster. (Hallo Verlage!!! Ihr habt hier echt Chancen Mehrwerte zu generieren, die euch hervorheben aus der Masse von Meinungsbildnern!)

Was bleibt über? Ich selbst. Fürchte ich, denn in diesem Fall hat sich meine eigene Community als regelrechtes Biotop erwiesen, in dem so viele Tipps und Meinungen erblühen konnten, dass ich nen Rasenmäher brauche, um die Wiese mal auf ein überschaubares Maß zu stutzen. Das soll keine Beleidigung an meine Freunde sein oder abwertend sein. Aber ihr könnt nicht wirklich helfen. Bei manchen „Problemen“ hilft eben auch das Social-Web nicht weiter. Vielleicht geh ich in nen Laden und schau mich mal um, in der Hoffnung auf Assimilation …

Veröffentlicht von

Sebastian Freitag

Sebastian Freitag, Jahrgang 1975, ist seit 1998 ist verschiedenen Funktionen in der Kommunikationsbranche tätig. Als Mitgründer und -Geschäftsführer der Werbeagentur VON DER SEE berät er Kunden zu den Themen Markenführung, Onlinemarketing und digitalen Strategien. Dies ist Sebastian privater Blog. Eine Sammlung von Gedanken und Dingen, die ihn bewegen.

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