#webseidank

Internet – Du olle Sau! #webseidank

Tja Internet, wir zwei Beiden … da sind wir mal wieder. Ich hab Dir schon lange nicht mehr persönlich geschrieben. Nun wurde ich aber von Annette unter dem Hashtag #webseidank darum gebeten … also lass uns reden.

Am ehesten lässt sich unser Verhältnis wohl als ambivalent bezeichnen. Den täglichen Wahn- und Irrsinn, den Du zu Tage förderst, kann ich meist nur schwer ertragen. Häme, Hetze, Sensationsgier … auf meinem Facebook-Profil habe ich teilweise schon aufgegeben, mich dagegen zu stemmen. Der Frust nagt. Er nagt an mir und meiner Vorstellung davon, wie zivilisierte Halbprimaten (die wir nun mal sind) miteinander umgehen sollten. Zudem erschlägt mich Deine Reizüberflutung.

Wer schützt mich vor Dir?

Wenn ich lese, wie die „Besitzer“ von Dir (Google, Facebook, Amazon, …) Infos für mich vorkauen und leichtverdaulich servieren, mich tracken, vermessen, kartografieren, katalogisieren und schubladisieren, dann wird mir noch mehr schlecht. Wo sind die Helden, die mir die Hoheit über mein digitales Ich zurückgeben? Du selbst wirst das sicherlich nicht freiwillig tun? Ein Super-Sigi wird Dich nicht in die Knie zwingen (der widerspricht sich eh nach 5 Minuten selbst), alleine kriege ich Dich auch nicht zu fassen. Was also tun, außer dem eigenen Schicksal ergeben? Verzweifeln und sogar zum Äußersten gehen: auf Dich verzichten?

Das geht nun auch wieder nicht, denn es gibt leider auch so viele geiles Zeug, dass Du mir bietest. Du bist die Bonbon-Tüte auf dem Kindergeburtstag, der Döner nach dem Party-Brand, das Feierabend-Bier. Ungesund, aber leider lecker.

Du, liebes Internet, bist mein oberflächliches Spiegelbild

In Dir zeige ich meine Erfolge, meinen Stolz, meine minder ausgeprägte Intelligenz und mache mich „Selfie“-hübsch. Mit harten Drogen habe ich keine Erfahrung, aber so ungefähr stelle ich mir das vor … ständig auf der Suche nach dem nächsten Synapsenbrand. Noch mehr Links, Likes, Follower … seht doch endlich her, was ich für ein geiler Typ bin!!!

Klingt erbärmlich? Ist es auch … denn selbst in diesen Sätzen steckt der Wunsch nach Anerkennung. So nach dem Motto „Wow, der ist aber selbstkritisch! Hut ab blablabla“ … Du merkst Internet, auch meta-mäßig hast Du mich schon voll am Wickel.

Warum zum Teufel bin ich hier?

Eigentlich ganz einfach: Zum Glück habe ich Dank Dir – #webseidank – unfassbar viele nette, hilfsbereite und tolle Menschen kennengelernt. Menschen mit Ideen, Menschen die bereit sind uneigennützig Wissen zu teilen, Menschen, die mich auf Fehler aufmerksam machen, Menschen die mir spannende Links senden, Menschen die mich zum Lachen bringen, Menschen die mich und mein Tun hinterfragen, mir Fehler aufzeigen und mir Mut zusprechen. Menschen die ich nie ohne Dich kennengelernt hätte oder für die ich nicht arbeiten würde. Menschen, die ich aus den Augen verloren hätte und mir vielleicht egal geworden wären, wenn es Dich nicht gäbe.

Dank dieser Menschen (oder ihrer Abbildungen im Netz – das ist jetzt wieder so meta-mäßig) habe ich mich persönlich und beruflich weiterentwickelt, habe Themen für mich entdeckt und diese Gier nach meeeeeeeehrrrrrrrrrrrr entwickelt, die mich antreibt. Dafür allen zu danken, würde zu lange dauern und die vielen wunderbaren Anekdoten hier aufzutischen, würde den Rahmen sprengen. Ein paar Menschen (aus Dir, liebem Netz) möchte ich dennoch erwähnen – auch wenn sich diese Ihres Einflusses auf mich vielleicht nicht bewusst sind, oder es Ihnen egal ist. 😀

Frank Tentler und Martin Adam für ihre Inspiration, Karl Kratz für sein geiles Zeug, das Augen öffnet und seinen Musikgeschmack, Christian Angersbach für seinen messerscharfen Verstand (auch wenn wir politisch häufig weit auseinander liegen), Annette Schwindt und Thomas Reis für den nicht enden wollenden Strom an Kronkorken (ihr seid die Größten! Ehrlich!), Rike Reifschneider dafür, dass sie mich „machen“ lässt sowie Lars Tjaden, Michael Koch, Michael Würz, Matias Roskos, Falk Hedemann, Norbert Diedrich, Lisett Schmuck und Frank Köster-Düpree für Fragen, offene Ohren, Hilfestellungen, Meinungen, Beiträge und Austausch! Große Leute! Ich habe bestimmt ganz viele vergessen und damit hoffentlich keine Egos verletzt. Ihr seid mir alle nicht egal, sondern seid Inspiration und Freude. 🙂

… und natürlich danke ich meiner wundervollen Familie, die mich (#webseidank) immer wieder mit Mumpitz, Stuss und Stilblüten aus Dir, liebem Internet, versorgt und zum Lachen bringt. <3

Zum Schluss

Also ihr da draußen: denkt ab und zu daran, was das Internet euch sinnvolles, nettes und hilfreiches –Dank der MENSCHEN darin – gebracht hat. Das Internet ist nur ein Mittel zum Zweck, das wir zusammen zum Leben erwecken. <3

#webseidank #nahamwahnsinn #nettworking #beimirso #olleSau

Veröffentlicht von

Sebastian Freitag

Sebastian Freitag, Jahrgang 1975, ist seit 1998 ist verschiedenen Funktionen in der Kommunikationsbranche tätig. Als Mitgründer und -Geschäftsführer der Werbeagentur VON DER SEE berät er Kunden zu den Themen Markenführung, Onlinemarketing und digitalen Strategien. Dies ist Sebastian privater Blog. Eine Sammlung von Gedanken und Dingen, die ihn bewegen.

3 Gedanken zu „Internet – Du olle Sau! #webseidank“

  1. Eine fast beschämend geile Runde in die Du meinen Namen eingereiht hast. Weisste, das Internet und ich wir kennen uns jetzt auch schon seit fast 20 Jahren, so offiziell quasi. Keine Evolutionsstufe kommt ohne die vorherige aus, verbuchen wir es als Prozess. Und kippt wieder eins der digitalen Kartenhäuser werden die Buzzwords auf die Anklagebank verwiesen. Man kann ganze Skylines mit den Dingern bauen, die halten verdammt gut – was noch besser hält sind so’ne Typen wir Du einer bist. #Ahoi

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