Facebook stirbt im Reagenzglas

So … nun ist es also soweit: Facebook stirbt. Hab ich mir nicht ausgedacht, sondern gelesen. Hier. Das ist also wissenschaftlich belegt von Jungs, die normalerweise in lustigen Comedysendungen die Welt und ihre Schniedellängen vermessen.

In Princeton haben es sich ein paar Studenten zur Aufgabe gemacht, die Nutzerentwicklung von Facebook unter die Lupe zu nehmen und haben erschreckende Erkenntnisse zu Tage gefördert. 80 Prozent Nutzerrückgang zwischen 2015 und 2017! Seinen Zenit hatte Facebook auch schon im Jahr 2012 überschritten. Nun haben wir den Salat und können einpacken. Alle, aber wirklich alle, die mit Facebook Geld verdienen, können schon mal die nächste Sozialhilfetanke ansteuern. „Datt Ende is naaa!“

Bevor sich nun aber alle abwenden und verzweifelte Kollegen sich ins Unglück stürzen, will ich noch meine unwerte Meinung loswerden: Ich glaube das nicht. (und das als Ungläubiger Mensch …). Beweise? Habe ich nicht? Zahlen, Daten, Fakten? Ist mir zu mühseelig … da haben bestimmt ein paar andere Jungs und Mädels viel mehr Einblick als meine Wenigkeit. Ich bin kein Wissenschaftler, sondern Yps-Leser. Es ist einfach nur mein Bauchgefühl. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass innerhalb von gerade mal 3 Jahren ca. 1,1 Mrd Menschen sagen … „och nööö, macht jetzt doch kein Spaß mehr …“. Was müsste dafür passieren, wenn selbst der NSA-Spähskandal sich nicht merkbar niederschlägt?

  • Mark Zuckerberg gibt zu chinesischer Staatsfunktionär zu sein, der Facebook nur gemacht hat, um Kohle für die Familien-Offshorekonten ran zu schaffen. Nun reicht die Kohle für nen lotterigen Lebensabend und er zieht den Stecker.
  • Ein Meteorit schlägt gleichzeitig in mehreren der Serverzentren von Facebook ein.
  • Die Triebfedern der Kommunikation zwischen Menschen (Neugierde, Neid, Missgunst, Lust und Liebe) werden durch Verschlossen- und Verschwiegenheit abgelöst.
  • Google+ wird hip. (Also nicht nur bei uns Nerds …)
  • In China fällt DER Sack Reis um. (wer weiß, was das alles auslösen würde!!!)
Quelle: Pixabay
Quelle: Pixabay

Allein die Idee als Basis das Modell der Verbreitung einer Krankheit anzuwenden finde ich rein püchelogisch interessant. Facebook ist vergleichbar mit einer Krankheit. Da würden sicherlich einige Ewig-Gestrige jauchzend und jubilierend mit einstimmen wollen und Laibachs „Gottes Tod“ trällern wollen. Ich finde diese Leute anstregend, halte mich aber nach wie vor an den von Falk Hedemanns Aufruf, das Social-Web sozialer zu machen und spreche geduldig mit all denen die Angst und Vorurteile haben. Aber zurück zur Krankheit: Gibt es dann auch Heilung? Ja … sich nicht zum Sklaven seiner Daddelgeräte zu machen (weder privat noch beruflich). Akzeptieren, dass die „virtuelle“ Welt Bestandteil der realen geworden ist. Die Welt ist in vielerlei Hinsicht zusammengewachsen. Wer dabei nicht vergisst, dass das nähere Umfeld dabei dennoch realer ist, als der Post eines virtuellen Freundes in Übersee, hat es schon begriffen. Und wer es begriffen hat, wird Facebook und Co für seine ganz persönlichen Zwecke, Neigungen und Interessen auch weiterhin benutzen.

Und sollte ich mich irren, dann kann sich Google auch gleich aufs Krankenbett legen. Nur mal so … als These …

Hab Euch lieb.

Weitere Beiträge zum Thema:
Carsten Drees: Verliert Facebook in den nächsten drei Jahren 80 Prozent seiner Nutzer? – mobilegeeks
Falk Hedemann: Facebook ist in drei Jahren tot. – Wissenssucher
Besonders erwähnenswert: die „Antwort“ von Mike Develin (Datenanalyst bei Facebook)!

Veröffentlicht von

Sebastian Freitag

Sebastian Freitag, Jahrgang 1975, ist seit 1998 ist verschiedenen Funktionen in der Kommunikationsbranche tätig. Als Mitgründer und -Geschäftsführer der Werbeagentur VON DER SEE berät er Kunden zu den Themen Markenführung, Onlinemarketing und digitalen Strategien. Dies ist Sebastian privater Blog. Eine Sammlung von Gedanken und Dingen, die ihn bewegen.

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